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| 6 Niedersächsische Sportboothäfen mit der Blauen Flagge ausgezeichnet 05.06.2012 | Autor: Webmaster | Druckversion |
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Im Rahmen einer gemeinsamen Verleihungsveranstaltung in Bremen Grohn wurden 6 Niedersächsische und 2 Bremer Sportboothäfen ausgezeichnet. Sie erfüllen die hohen Standards der Prüfkriterien der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung als Partner / Teil einer international agierenden Organisation und erhielten die „BLAUE FLAGGE 2012“.„Die „BLAUE FLAGGE“ ist das erste gemeinsame Umweltsymbol, das seit 26 Jahren für jeweils ein Jahr an vorbildliche Sportboothäfen und Badestellen in weltweit 51 Staaten vergeben wird. Im Jahr 2012 werden weltweit 3730 Blaue Flaggen verliehen. Als nichtstaatliche Initiative wirkt die Kampagne „Blaue Flagge“ im Sinne der Agenda 21 für einen umweltbewussten Umgang der Menschen mit der Landschaft und Natur. Alle mit der „Blauen Flagge“ ausgezeichneten Sportboothäfen (oder Badestellen) müssen jeweils einen umfangreichen Kriterienkatalog erfüllen und ihre vorbildliche Umweltarbeit bei der Umweltkommunikation jährlich erneut nachweisen. Umweltmanagement und Sicherheitsaspekte: Für die mit der „Blauen Flagge“ ausgezeichneten Orte ist die Pflege des Sportboothafens (und der Badestellen) oberstes Gebot. Sie gewährleisten eine umweltgerechte Abfallentsorgung. Naturbelassene Abschnitte werden durch den Freizeitbereich nicht gefährdet. Sanitär- und Sicherheitseinrichtungen sind in ausreichender Anzahl vorhanden und allgemein zugänglich. Ausgezeichnete wenden sich der Lösung lokaler Umweltfragen zu. Anstehende Probleme werden offen diskutiert und mit Vertretern von ortsansässigen Einrichtungen gelöst.“ (Zitat aus „26 JAHRE BLAUE FLAGGE“) Der Vorsitzende der Yachthafengemeinschaft Grohn (in Vegesack an der Lesum), Carsten Collrep, begrüßte die Gäste aus Niedersachsen und Bremen und gab einen Einblick in die zunehmend schwieriger werdende Vereinsarbeit. Frau Annegret Gülker, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung e.V., legte die Bedeutung der Blauen Flagge im nationalen und internationalen Kontext dar. Ebenso verwies sie auf die positive Entwicklung der Akzeptanz dieser Auszeichnung. In der Bundesrepublik werden immerhin in 2012 110 Sportboothäfen an Küsten und Binnengewässern mit der Blauen Flagge ausgezeichnet. Der Bremer Senator für Inneres und Sport Ulrich Mäuer fand Worte, mit denen er die Bedeutung der Zusammenarbeit des Sports auf Verbands- und Vereinsebene lobte. MdB Torsten Staffeldt hob das Engagement und die Bedeutung des Sports für die gesellschaftliche Entwicklung hervor, meinte jedoch dieses Forum für die „Initiative für die Freizeitschifffahrt“ (Führerschein, etc.) gewinnen zu können, wir berichteten ausführlich darüber. Wogegen insbesondere die Vertreter des DMYV, Herr Winfried Röcker, und des DSV, Prof. Peter Döscher, mit Gegenreden antworteten. Winfried Röcker mahnte zur Besonnenheit und vertrat die Ansicht, dass es sich nicht so sehr um das Problem des Führerscheins an sich handele, sondern um das Verhalten des geschulten oder ungeschulten Bootsführers zu allen Fragen der verantwortlichen Schiffsführung – auch in Verhaltens- und Umweltfragen. Der Vertreter des DSV, der Vorsitzende des Segler-Verbandes Niedersachsen, Peter Döscher, unterstützte seinen Vorredner ausdrücklich und ging in seiner Rede insbesondere auf die zunehmende Belastung der ehrenamtlichen Vereinsvorstände ein. Er forderte eine Vereinfachung des Antragverfahrens bzw. Unterstützung durch die DGU (Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung) bei der Antragsbearbeitung. Siehe nachstehend abgedruckte Rede. Zwischen Frau Gülker und dem Vorsitzenden des SVN Peter Döscher wurde vereinbart, dass die DGU im Herbst den antragswilligen Vereinen zur Bearbeitung der Antragsunterlagen zur Verfügung stehen wird. Details hierzu sind noch zu erarbeiten. Der SVN wird sich darum kümmern. Es folgte die offizielle Auszeichnung nachfolgend aufgelisteter Vereine: ![]() (Nachfolgend die Rede Prof. Peter Döscher DSV / SVN, anlässlich der Verleihung der Blauen Flagge an 6 Niedersächsische und 2 Bremer Sportboothäfen am 02.06.2012 in Grohn:) „Liebe Segelkameradinnen und –kameraden, Sehr geehrte Damen und Herren, Umweltschutz und Segelsport, das steht für uns heute im untrennbaren Zusammenhang. Kaum zu denken, dass das einmal anders gewesen sein mag. Und dennoch: Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, in den sechziger Jahren und später, als es noch möglich war, auch bei Nebel nahezu ohne Kompass nach Helgoland zu segeln. Zunächst folgten wir auf der Elbe bis zum Feuerschiff Elbe 1 der Spur der ausgeschütteten Fuhlbrassen (am Heck der Berufsschifffahrt hängende Abfalltonnen, die beliebig geleert wurden) der Frachtschiffe oder des „Hamburger Ködeldampfers“ (der Name sagt alles) und danach brauchten wir nur den von Seglern und Motorbootfahrern über Bord geworfenen leeren Bierflaschen und -dosen zu folgen. Dann stießen wir auf den „Fuselfelsen“. So einfach konnte Navigation damals noch sein … Oder: Zu gern verschwanden wir auf den Binnenrevieren mal schnell mit unseren Booten im Schilf. Vielleicht um der kleinen „Maus“ an Bord (sorry meine Damen) das zeigen zu wollen, was wir heranwachsenden „Helden“ für das wahre Leben zu halten glaubten. Schiffe wurden mit scharfen Reinigungsmitteln vom Ruß der Dampfer gereinigt, um dann alles in den Hafen zu spülen. Dass wir nach dem Schleifen unserer Unterwasserschiffe vom Schleifstaub der kupferhaltigen Anstriche aussahen, wie Edelmetallstatuen nahmen wir mit fragwürdigem Stolz in Kauf. Irgendwann ließ das Brennen und das Abhusten des Schleims der angegriffenen Bronchien schon nach – spätestens nach dem fünften Bier Und die Dosen flogen wieder über die Kante. Das ist alles noch gar nicht so lange her! Viel hat sich seither getan. Gelernt haben wir und begriffen, dass wir uns alle doch letztendlich selbst kaputt machten. Direkt und indirekt. Nachdenklicher sind wir geworden - und das ist gut so. Einige Wenige haben es aber leider bis heute nicht begriffen. Das muss leider gesagt werden – wir müssen gemeinsam daran arbeiten! Nachdenklicher wurden viele von uns aber bereits bevor es die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung und deren Blaue Flagge gab. Das darf sicherlich auch gesagt werden. Und dennoch: Die Blaue Flagge ist für uns alle ein Wertesymbol geworden! Sie zeigt uns den Standard der Hafenanlagen. Dort, wo die blaue Flagge weht, wissen wir die Standards des erforderlichen und vor allem sinnvollen Umweltschutzes gewahrt. Leider müssen wir aber auch feststellen, dass in Bremen und Niedersachsen zusammen in diesem Jahr lediglich 8 Sportboothäfen ausgezeichnet werden. – Wo-ran mag es liegen? Für den Nichtinformierten gibt es ein verzerrtes Bild. Ich erlaube mir die These, die Behauptung, dass viel mehr unserer Häfen die Kriterien erfüllen und mit gutem Recht die Blaue Flagge führen könnten, gäbe es da nicht das beschwerliche Antrags-verfahren. Aus der Sicht der Gesellschaft für Umwelterziehung mag es gute Gründe geben, 96 (!!!) Fragen zu stellen. Jede der Fragen muss beantwortet werden und zu jeder Antwort müssen Belege eingereicht werden. Sicher: Nur dann kann ernsthaft geprüft werden. Nur liebe Freunde stellen wir uns doch einmal die undankbare ehrenamtliche Tätigkeit eines Vereinsvorsitzenden vor, der abends nach getaner beruflicher Tagesarbeit „mal eben“ noch einen kleinen Verein zu führen hat: Auch kleine Vereine mit Hafenanlagen sind inzwischen kleine ehrenamtlich geführte Mittelstandsbetriebe die nur noch in Bürokratie versinken. Wie und mit welchen Kapazitäten soll dieser Vorstand sich noch um die Blaue Flagge kümmern? Wenn hier und heute nur 8 Vereine ausgezeichnet werden, liegt es sicher nicht daran, dass unsere Sportboothäfen nicht den Standards des angemessenen Umweltschutzes entsprechen! Viele können den bürokratischen Apparat ganz schlicht nicht mehr „mal eben“ und ehrenamtlich nebenbei bedienen. Wir sind bei gutem Ansatz mit der Blauen Flagge leider auch dabei, kleinere Vereine u.U. ein wenig auszugrenzen. Wollen wir das? Führt das nicht u.U. zu Verdruss, zu Resignation? Wir sollten aufpassen! – Die „kleinen Vereine“ sind unsere Basis! Ich erlaube mir mahnend meine Stimme stellvertretend für etwa 35.000 Niedersächsische und Bremer Seglerinnen und Segler zu erheben, die redlich bemüht sind, ihre Hafen- und Steganlagen vorbildlich auszurüsten und zu pflegen. Aber sie haben keine Reserven mehr, ein derart umfangreiches Antragsverfahren in den letzten verbleibenden Nachtstunden des Ehrenamtes abzuwickeln Wenn diese Sportlerinnen und Sportler aufgrund einer Defacto-Ausgrenzung resignieren und nicht mehr mitmachen, dann haben wir alle möglicherweise viel verloren. Das wollen wir nicht. Aber kommen wir zum Positiven zurück: Ich sagte es bereits: wir haben viel gelernt, wir unterlassen die vielen Sünden der Vergangenheit, wir entwickeln fortlaufend neue Technologien und Verhaltensweisen, die dem Umweltschutz dienen. Aber eines ist das Wichtigste vor allem Anderen: Wir alle haben gelernt, den Mut zu haben, Anderen entgegen zu treten und sie zu fragen, warum sie es denn noch immer nicht begriffen haben! Und dass tun in Niedersachsen und Bremen zusammen mind. Ich behaupte es einmal, mehrere tausend Seglerinnen und Segler. Egal, ob an ihren Häfen die Blaue Flagge weht oder nicht. Ich möchte, meine Damen und Herren, nicht falsch verstanden werden: Ja, die Botschaft der Blaue Flagge ist gut! Ja, wir gratulieren von ganzem Herzen den Vereinen, die diese Flagge hissen dürfen! Aber: Nein, wir vergessen nicht die vielen kleinen Vereine, die die Standards der Blauen Flagge aus Selbstverständlichkeit einhalten, sich vorbildlich verhalten, aber vor lauter Bürokratie keine Kapazitäten mehr haben auch diesen umfassenden „Papierkram“ noch zu erledigen. Ich wünschte, wir könnten da gemeinsam eine entlastende Vorgehensweise finden. So werden wir der Sache nicht unbedingt gerecht!“ Peter Döscher Link: Übersichtskarte Link: Teilnehmer 2012 |
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