Eine frostige Zitterpartie

Niedersächsischer Opti-Kader startet bei Fischereihafenregatta in Bremerhaven

Der Motor von Tim Kirchhoffs Trainerboot fror während der Regattabegleitung ein.

Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und dazu 30 Knoten Wind in den Böen – das war wahrlich ein frostiger Start in die Regattasaison 2018: Mitte März traten sieben Segler des niedersächsischen Opti A-Kaders bei der ersten Regatta des Jahres auf dem Fischereihafen in Bremerhafen an. Die Regatta entwickelte sich über zwei Tage zu einer frostigen Zitterpartie.

Los gehen sollte es eigentlich mit Samstag mit dem ersten von insgesamt sechs Läufen. Doch bei Temperaturen um Minus 3 Grad und bis zu 40 Knoten Wind entschieden  Wettfahrtleitung und Trainer gemeinsam, dass am Samstag nicht gesegelt wird. Der Wassersportverein Wulsdorf hatte als Ausrichter in Windeseile eine Alternativprogramm auf die Beine gestellt. Alle Segler erhielten Freikarten für das Schifffahrtsmuseum. “Das war eine tolle Geste des Vereins”, freute sich Niedersachsens Landestrainer Tim Kirchhoff der diese Einladung gemeinsam mit seinen Seglern gerne annahm.

Am Sonntag dann der zweite Anlauf: Wieder berieten sich Wettfahrtleitung und Trainer. Das Ergebnis: “Wir versuchen das.” Bei weiterhin Mi

Auf zur Startlinie: Dick eingemummelt und mit einem Gesichtschutz gegen den eisigen Wind segelt Leon Senftleben los.

nus 3 Grad Lufttemperatur aber “nur” noch bis zu 30 Knoten Wind ging es hinaus auf die verkürzte Regattabahn. 25 der gemeldeten 40 Boote machten sich auf zur Startlinie. Einige Segler drehten schnell wieder um, am Ende segelten 14 Jungen und Mädchen eine Wettfahrt zu Ende. Die beiden weiteren geplanten Wettfahrten wurden abgesagt. Leon Senftleben vom Segler-Verein Großenheidorn landete als bester Niedersächsischer Segler auf dem siebten Platz.  ”Das war …kalt. Weder als Trainer noch als aktiver Regattasegler habe solch frostige Segelbedingungen jemals erlebt”, schildert Tim Kirchhof seine Eindrücke von der Regatta. Aber: “Auch wenn das Regattaergebnis sportlich keine große Aussagekraft hat, ich finde es super, dass alle unsere Kadersegler hinaus aufs Wasser gegangen sind. Respekt, das war Spitze”, sagt der Landestrainer.

Hans-Georg Kurnol ist tot

Die niedersächsischen Segler trauern um den Ehrenvorsitzenden des Segler-Verbandes Niedersachsen

Hans geht nun auf seinen letzten Segeltörn. Er macht diese Reise allein. Es ist ihm noch einmal nachzuwinken und uns von ihm zu verabschieden. Das fällt uns nicht leicht. Wie seine Frau, seine Familie haben auch wir niedersächsischen Segler an seinem Segeltörn durch sein Leben teilgenommen; und sein Segeltörn war zum Teil auch unser Segeltörn.

Mit 14 Jahren startete seine Begeisterung fürs Segeln, nicht nur auf der Jade und im Wattenmeer, sondern später auch beruflich als Kapitän zur See zog es ihn auf die weiten Meere.

Auf seinem Segeltörn durchs Leben engagierte sich Hans schon sehr früh ehrenamtlich für die Segler und für den Segelsport. So gesellten sich viele, auch zum Teil sehr unterschiedliche Mitsegler auf seinem Törn mit dem selbstgebauten 30er Stahl-Jollenkreuzer.

Im Wilhelmhavener Segel-Club war Hans von 1955 bis 1977 erster Vorsitzender. Er war Reviervertreter Jade im Fachverband Segeln des Bezirks Weser-Ems. Von 1982 bis 1984 war er Vorsitzender des Fachverbandes Segeln im Bezirk Weser-Ems für den Segler – Verband Niedersachsen. Mitsegler auf seinem Segeltörn waren u.a. Paul Bömack, Rudi Neumann, Carl-Heiz Kaufmann und Ubbo Janssen. Hans überlies an Bord seinen Gästen oft das Segeln und übernahm dafür die Backschaft.

Von 1985 bis 2001 steuerte er als 1. Vorsitzender den Segler-Verband Niedersachsen durch zum Teil stürmische Wellen und hitzige Stürme, aber auch hier war immer mal Zeit mit seinen Vorstandskollegen auf einen Segeltörn zu gehen beispielsweise nach Helgoland. Ich erinnere mich noch an die lebhaften Erzählungen meines Vaters und eins ist mir dazu im Kopf geblieben: der Kohleofen unter Deck.

Stürmische Wellen auf dem Segeltörn des Verbandes besänftige Hans mit diplomatischen kurzen Worten, aber immer im Sinne der Segler und zugunsten des Segelsports an der Küste, dem Wattenmeer und Binnenseen Niedersachsens. Darüber hinaus stellte er ehrenamtlich stellte seine Erfahrung auf dem Schiff mit den grünen Segeln, der „Alexander von Humboldt“ zur Verfügung.

Nach seinem Vorsitz führte er sein Segeltörn ab 2001 bis heute als Ehrenvorsitzender im Segler – Verband Niedersachsen weiter.

2013 bekam Hans als Persönlichkeit, die sich in besonderem Maße für den Segelsport engagiert hat, die 125 Jahre Jubiläumsmedaille des Deutschen Segler – Verbandes verliehen. Zu Recht. In seiner Laudatio erinnerte der damalige DSV-Vizepräsident Udo Scheer daran, dass „es der Wilhelmshavener war, der in der Diskussion um das Befahren des Nationalparks Niedersächsischen Wattenmeer mit der Drei-Stunden-Regelung einen Kompromiss fand, der bis heute Bestand hat.“ Er bescheinigte dem Geehrten „großartiges Engagement“ für den Segelsport nicht nur in Niedersachsen, sondern in ganz Deutschland.

In letzter Zeit jedoch wurden seine Segeltörns weniger und wir werden sein Mitsegeln im Segler – Verband Niedersachsen vermissen. Hans segelt jetzt seinen Segeltörn allein weiter, unsere Gedanken segeln mit ihm.

Katrin Adloff

2. Vorsitzende Segler-Verband Niedersachsen

Trainingsstart auf dem Wasser

Mit acht Optis hin, mit neun zurück
Niedersächsische Nachwuchssegler starten in Spanien in die Saison
Die Regattasaison für die niedersächsischen Opti-Segler läuft bereits: Mitte Februar machten sich die Segler des A-Kaders auf den Weg Richtung Süden, ins 1700 Kilometer entfernte spanische Palamos. Dort nahmen sie an der „International Palamos Trophy“ teil. Doch bevor sich die acht Jungen und Mädchen im Alter zwischen elf und 14 Jahren mit 550 Opti-Seglern aus der ganzen Welt messen konnten, gab es noch ein Trainingslager an der Mittelmeerküste. Dieses wurde unter anderem durch die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung gefördert.
„Die Bedingungen hier sind einfach ideal“, freut sich Niedersachsens Cheftrainer Tim Kirchhoff. Während in Deutschland die Seen langsam aber stetig immer weiter zufroren, konnten in Spanien die Optis zu Wasser gelassen werden. Und das bei Temperaturen von bis zu 15 Grad, Winden zwischen 5 und 20 Knoten und einer Welle bis zu 2,50 Meter. Da machte es dann auch nichts, wenn es zu der einen oder anderen Kenterung im Training kam. „Die Kids hatten ihren Spaß“, berichtet Kirchhoff. Vier anstrengende Trainingstage mit jeweils sechs Wasserstunden standen auf dem Programm, ehe die Regatta startete. Und die nutzten der Seglernachwuchs um Bootsbeherrschung und taktische Feinheiten nach der Winterpause wieder aufzufrischen. Los ging es jeden Morgen bereits um sieben Uhr, mit Sport noch vor dem Frühstück. Die letzte Einheit des Tages bildete dann zumeist die Videoanalyse. Und die stand selten vor 21 Uhr auf dem Programm. Unterstützt wurde Kirchhoff von einigen Eltern, die zum Teil gemeinsam mit ihrem Nachwuchs nach Spanien gereist waren.
So tolle Segelbedingungen beim Training herrschten, so schlecht wurden sie bei der Regatta. Von zwölf geplanten Wettfahrten fanden am Ende ganze drei statt und auch die nur bei Flaute. Bester niedersäschischer Segler im Feld der 550 Segler aus aller Welt, war am Ende der Braunschweiger Marko Gomercic als 132.. 
Übrigens: Wie vorausschauend es war, für die acht Optis des niedersächsischen Seglernachwuchses ein Zehn-Boote-Trailer mitzunehmen, zeigte sich am letzten Regattatag. Unter den 550 Teilnehmern der „International Palamos Trophy“ verloste der Veranstalter einen funkelnagelneuen Opti „Winner 3D Star“ – und den gewann Marko Gomercic.
Auch wenn die Regatta nicht optimal verlief, für Tim Kirchhoff steht fest: „Das machen wir jetzt jedes Jahr. Zur Saisoneröffnung werden wir künftig immer nach Palamos fahren. Bessere Bedingungen finden wir zu der Jahreszeit nirgends. Der Termin ist so lange ich das Training verantworte in Stein gemeißelt“, schwärmt Kirchhoff von den Bedingungen an der nordspanischen Mittelmeerküste.
Auch im März wartet auf die Segler des niedersächsischen Opti A-Kaders ein strammes Programm. An den ersten beiden Wochenende finden jeweils Trainingseinheiten am Steinhuder Meer statt, dann geht es zur ersten Regatta in Deutschland nach Bremerhaven ehe zum Ende des Monats in den Osterferien ein Trainingslager am Gardasee mit der Teilnahme an der „36° Lake Garda Meeting Optimist Class“ auf dem Programm steht.

Schwitzen für die neue Saison

Schwitzen für die neue Saison: Auch in den Wintermonaten trainieren die niedersächsische Kadersegler eifrig für die anstehenden Regatten. Einmal monatlich trafen sie sich jeweils für ein komplettes Wochenende im Jugendgästehaus in Lehmbruch am Dümmer. Mit dabei rund 45 Segler aus den Bootsklassen Opti, Laser, Europe und 420er.

Nicht nur Erholung – hier hat gleich nur noch Landestrainer Fabian Kirchhoff (links) gut Lachen: In der Schwimmhalle steht für die Lehrgangsteilnehmer ein Fitnesstest im Wasser auf dem Programm.

„Weihnachten hat keine Spuren hinterlassen“, freut sich Kadertrainer Fabian Kirchhoff nach der Februar-Trainingseinheit. „Wir geben die Werte, die unsere Leistungssegler bei den Fitnesstests ablegen, in eine Datenbank ein. Ein Vergleich mit den Ergebnissen des Vormonats zeigt uns dann, wer zu Hause seine Aufgaben erledigt hat und wer nicht wirklich fleißig war“, erklärt Kirchhoff, der die Februar-Trainingseinheit mit drei Kollegen leitete. Das Ergebnis der Überprüfung kann sich sehen lassen. „Alle Segler haben sich in ihren Fitnesswerten über den Winter verbessert. Das gibt Hoffnung für die anstehende Saison“, sagt der Landestrainer weiter.
Während im Dezember und Januar alle 45 Kadersegler mit von der Partie waren, hatten die Opti- und 420er-Segler am ersten Februarwochenende frei. Sie mussten ihre Boote für den Transport ins spanische Trainingslager verpacken. Dort wartet auf die Kinder und Jugendlichen nicht nur die  erste Regatta des Jahres, sondern auch die ersten Trainingseinheiten auf dem Wasser. Diese werden vom neuen hauptamtlichen Landestrainer Tim Kirchhoff geleitet.
Aber auch auf den niedersächsischen Gewässern steht der Beginn des Wassertrainings an. An den ersten beiden Märzwochenenden treffen sich alle Kadermitglieder in Steinhude. Unter anderem  stehen dort mit GPS-Trackern überwachte Trainingsfahrten auf dem Programm. Was das Wintertraining gebracht hat, wird sich dann erstmals Ende März zeigen: Dann reisen die niedersächsischen Opti-Kadersegler zum Gardasee nach Italien und starten dort beim „4° Meeting Country Cup 2018“ in Riva del Garda.

Sponsor unterstützt die niedersächsischen Segler: Das Wunstorfer Autohaus Schulze stellte für das Trainingswochenende am Dümmer ein Fahrzeug zur Verfügung. hier haben sich die Laser- und Europe-Kadersegler zum Gruppenfoto aufgestellt.

Fabian Kirchhoff holt WM-Bronze

Bei der Weltmeisterschaft vom 6. bis 14. Juli im spanischen Blanes hat der niedersächsische Top-Segler Fabian Kirchhoff die Bronzemedaille gewonnen. Der bei der WM für Deutschland startende Segler aus dem Niedersächsischen Seglerverband SVN lag am 4. der insgesamt 5 Wettfahrtstage in der WM-Wertung an der Costa Brava noch auf Platz 4 mit 5 Punkten Rückstand auf den bis dahin 3. platzierten Segler. Mit guten Ergebnissen in den beiden letzten Regattaläufen am letzten Wettfahrtstag gelang es Fabian Kirchhoff auf den 3. Medaillenplatz vorzurücken.

Bei der 10 Wettfahrten umfassenden Regattaserie der WM hatte es für den 28-jährigen Kirchhoff lange nicht nach einer Medaillenplatzierung ausgesehen. Erst mit einem Tagessieg am dritten Wettfahrtstag schob sich der deutsche Spitzensegler Kirchhoff in Medaillennähe und sorgte damit am Finaltag für die nötige Spannung im Wettkampf um die Weltmeisterschaft. Bei insgesamt 76 Sportlern in der Herrenkonkurrenz der WM im spanischen Blanes hätte es dann fast noch zur Silbermedaille für das deutsche Team durch Kirchhoff gereicht. In der Schlusswertung wies Fabian Kirchhoff am Ende mit 70 Wertungspunkten im  sog. Low-point-System die gleiche Punktzahl wie der bis dahin 2.platzierte Segler aus Norwegen auf. Diesen Platz errang bei Punktgleichheit im Schlussklassement dann der Norweger Lars Brodkorb wegen besserer Einzelplatzierungen gegenüber Kirchhoff.

„ Nein, ganz ehrlich“ resümierte der Segelsportler Kirchhoff „ich freue mich ausschließlich über den 3. Platz. Ich  habe die Bronzemedaille bei einer WM gewonnen, von Trauer über die knapp verpasste Silbermedaille keine Spur.“

So stand die Freude über die beste Platzierung eines deutschen Seglers in der Herrenkonkurrenz bei einer WM seit mehr als 30 Jahren dem Gewinner der Bronzemedaille nicht nur bei der Siegerehrung im spanischen Blanes durch den Präsidenten der Europe World-Class-Association Paul Deporter  in das strahlende Gesicht geschrieben. Fabian Kirchhoff strahlte auch noch bei der Rückkehr an den Dümmer zu seinem Heimatverein Seglervereinigung Hüde e.V.

Dort trainiert Kirchhoff für seine seglerischen Erfolge nicht nur im Landesstützpunkt Segeln Niedersachsen. Vielmehr gibt er sein profundes seglerisches Wissen und seine große Regattaerfahrung als Chef-Trainer an viele Europe Segler weiter. Unter seiner Anleitung als Headcoach trainieren im Landesstützpunkt Segeln Niedersachsen am Dümmer ca. 30 jugendliche Europe Segler. Zugleich ist Fabian Kirchhoff auch der Landestrainer des Seglerverbandes Niedersachsen (SVN) für die olympische Bootsklasse Laser.

Nun hoffen seine Trainingspartner, sein Verein und der niedersächsische Landesverband SVN darauf, dass Kirchhoff auch bei der nächsten Weltmeisterschaft in der Bootsklasse Europe antritt und dann vielleicht seine tolle seglerische Laufbahn mit einem weiteren Erfolg krönen kann. Die WM 2018 der Europes findet nämlich Ende Juli 2018 in Deutschland auf der Ostsee vor Kühlungsborn statt. Herzlichen Glückwunsch Fabian Kirchhoff und auf ein Neues bei deiner Heim-WM 2018.

MaiOR Regatta 2017

Vom 29. April bis 01. Mai begrüßte uns die MaiOR nicht mit Schnee, aber unangenehm kalt und windstill vor Schilksee. Insgesamt gingen 21 J70 Boote an den Start.

Tim Kirchhoff neuer Opti-Trainer

„Bleib noch eine halbe Sekunde länger in Lee sitzen, dann hast du mehr Druck und beschleunigst nach der Wende besser“, die kräftige Stimme von Trainer Tim Kirchhoff schallt über das ansonsten leere Steinhuder Meer. Zehn Optis und 20 Laser sind am ersten Märzwochenende auf Niedersachsens größten Binnensee unterwegs – Trainingsauftakt für die A-Kader des Segler Verbandes Niedersachsen (SVN). Eine Sondergenehmigung macht diesen Frühstart in die Saison möglich. Doch es ist nicht nur die erste Trainingseinheit des Jahres auf dem Wasser für den Seglernachwuchs, es ist auch eine Premiere für Tim Kirchhoff. Als neuer Honorartrainer zeichnet er in diesem Jahr für den Opti A-Kader des SVN verantwortlich, ist Nachfolger der verletzten Trainerin Christina Buch. Der Diplomsportlehrer und Inhaber der A-Lizenz kann dabei auf eine erfolgreiche Trainerlaufbahn zurückblicken. 2009 war er Einhandtrainer (Laser, Optimist) für die Schweizer Segler, es folgte eine zweijährige Station als Jugendtrainer in Hamburg und anschließend ein fünfjähriges Engagement als Bundesnachwuchstrainer beim Deutschen Segler Verband am Olympiastützpunkt in Kiel. Als Jugendlicher segelte Tim Kirchhoff selbst sehr erfolgreich. Mit dem Opti war er Deutscher Meister, erster der Deutschen Rangliste, Teilnehmer an Europa- und Weltmeisterschaften und der Jugendolympoiade. Warum Tim Kirchhoff nun den Trainerjob in Niedersachsen übernommen hat und welche Ziele der 33-Jährige hat, verrät er im Interview.
Sie waren als Bundesnachwuchstrainer für den deutschen U-21 Seglernachwuchs zuständig, haben Olympiakandidaten trainiert. Warum nun der Wechsel als Honorartrainer für zum SVN?

Das hat private Gründe. Der DSV hatte mir eine Vertragsverländerung angeboten, aber ich möchte meinen Lebensmittelpunkt weg von Kiel wieder an den Dümmer verlegen. Meine Tochter ist drei Jahre alt und wir erwarten unser zweites Kind. Die Woche über in Kiel und an den Wochenenden auf Regatten, das geht mit zwei Kindern nicht. Darum musste ich mich neu orientieren.

Wie kam der Kontakt zum SVN zustande?

Da gibt es viele Berührungspunkte. Ich wohne am Dümmer, meine seglerischen Wurzeln liegen bei der Seglervereinigung Hüde und mein Bruder Fabian trainiert die Laser-Kadersegler des SVN. Als Tina Buch nach ihrer Verletzung ausfiel, hat Katrin Adloff (2. Vorsitzende des SVN) mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte den A-Kader der Optis zu übernehmen.  Die Aufgabe reizt und es passt mit meiner privaten Planung zusammen.

Nach dem ersten Trainingstag – welchen Eindruck haben Sie von den niedersächsischen Opti-Nachwuchs?

Da gibt es ein paar die haben das richtige Gefühl fürs Segeln im Hintern (lacht). Die haben einfach das Gefühl fürs Boot. Das ist das wichtigste, die Technik kann man lernen. Bei einigen sieht man einfach, dass noch die Basics fehlen.

Wo stehen die niedersächsische Segler aus dem Opti-A-Kader. 

Vor dem ersten Training habe ich mir einmal die deutsche Rangliste angeschaut. Unter den ersten 150 Seglern gibt es gerade einmal drei Jungen oder Mädchen aus Niedersachsen. Wirklich vorne ist niemand. Wären morgen Deutsche Meisterschaften, wären gerade einmal drei Segler dafür qualifiziert. Das ist zu wenig.

Wie wollen Sie das ändern?

Training. Wir müssen viel und intensiv trainieren. 

Wie oft wollen Sie mit dem A-Kader trainieren?

In diesem Jahr kommen wir auf rund 90 Tage Training, beziehungsweise gemeinsame Teilnahme an Regatten. 100 Tage im Jahr wären das Ziel. Mit solch einem Einsatz kann man um Meistertitel kämpfen.

Ist das Ihr Ziel?

Klar haben wir den Anspruch vorne mitzusegeln. Erstes Zwischenziel ist es, alle Segler unseres A-Kaders für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Das schaffen wir.

Wie sind die Trainingsbedingungen in Niedersachsen.

Als großes Flächenland haben wir gerade gegenüber den Stadtstaaten Nachteile. In Hamburg oder Berlin können die Landestrainer mit ihren Schützlingen unter der Woche trainieren. Das geht bei uns nicht. Wir werden zwei Stützpunkte haben, einen am Dümmer, den anderen am Steinhuder Meer.

Wie wollen Sie auf 100 Trainings- beziehungsweise Wettkampftage pro Jahr kommen?

Wir machen Blockveranstaltungen. In den Osterferien fahren wir an den Gardasee. Erst eine Woche Training, dann Teilnahme am „Lake Garda Meeting Optimist“. Im Mai treffen wir uns dann für eine weitere Woche und bereiten uns auf den „Golden Opti“ in Kiel vor. Außerdem ist für die Sommerferien ein großes Sommercamp geplant.

Wird es eine Zusammenarbeit zwischen dem Landestrainer und den Verantwortlichen in den Vereinen geben?

Ich hoffe. Das ist wichtig. Wir müssen in den Vereinen mehr Jugendliche ans Segelen heranführen. Ich lade die Vereinstrainer ein, an unserem Kadertraining teilzunehmen. Sie können auf dem Motorboot mit hinausfahren, das Training beobachten, sich Tipps und Anrgegungen für ihr Training holen.

Sie sind fast das ganze Jahr als Trainer auf dem Wasser unterwegs. Reizt es da nicht, mal wieder selber eine Regatta zu segeln?

Klar, das reizt. Am liebsten auf einem P-Boot. Ich habe da schon Kontakte zu Thomas Gote (Anmerkung der Redaktion: SVN-Sportwart und ehemaliger Deutscher Meister in dieser Bootsklasse) geknüpft.

Meine Jugend-EM in Tallinn – Ein Bericht von Nico Steenbuck

Anfang August flog ich zu meiner letzten Jugendeuropameisterschaft im Laser Radial nach Tallinn. Während der Trainingstage hatten wir eher wenig Wind, was sich zu Beginn der Wettfahrten mächtig änderte.

Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft der Laser Radial & Laser 4.7

Vom 23.-27.07.16 nahm der Niedersachsenkader der Laser an der IDJM in Travemünde teil. In den ersten zwei Tagen war bestes Segelwetter und es fanden  vier Läufe statt.