Erfolgreicher niedersächsischer Nachwuchssegler: Nico Steenbuck lebt und trainiert seit eineinhalb Jahren am Olympiastützpunkt in Kiel.

Segeln im Internat

Nico Steenbuck gehört zu Niedersachsens erfolgreichsten Nachwuchsseglern. Der 17-jährige startet mit seinem Laser für den Segel-Club Salzgitter. Seit Sommer 2015 besucht er das Sportinternat in Kiel-Schilksee. Für die Website des Segler-Verbands Niedersachsen berichtet er über seinen Alltag an der Schule und der Kieler Förde.

Seit eineinhalb Jahren lebe ich nun in Kiel im Sportinternat Kiel-Schilksee. Das Internat befindet sich direkt im alten Olympiahafen von 1972 und wurde an den Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein angegliedert. Los ging es für mich bereits im Frühjahr 2014. Da habe ich mich für die Schule beworben und hatte somit lange Zeit, mir über diese Entscheidung Gedanken zu machen. Diese stand aber für mich eigentlich schon zum Zeitpunkt meiner Bewerbung fest und hat sich bis zur Zusage seitens der Internatsleitung nicht geändert. In diesem langen Zeitraum zwischen Bewerbung und Zusage, hatte ich viele Gespräche, Tests und zwei Probewochen in denen ich das Leben in Kiel ausprobieren konnte, wodurch sich mein Wille dort hinzukommen nur noch mehr gefestigt hat.

Mein Tag sieht aus wie der jedes Jugendlichen in meinem Alter, bis auf die verschiedene Nutzung der Zeit am Nachmittag. Mein Wecker klingelt morgens um 6.45 Uhr. Dann heißt es aus dem Bett kommen und für die Schule fertig machen. Um 7.34 Uhr fährt dann der Bus zur Schule, die um 7.55 Uhr beginnt. Schule bedeutet für mich mittlerweile Vorbereitung aufs Abitur, das im Frühjahr ansteht. Nach der Schule, die meist 15.15 Uhr endet, geht es nach Hause ins Internat. Angekommen heißt es schnell was essen und fertig machen fürs Training das um 16.30 beginnt. Im Sommer gehen wir viermal die Woche aufs Wasser und danach noch in den Kraftraum, sodass man dann auch mal erst um 20 Uhr wieder im Internat ist. Nun haben wir die Möglichkeit unseren eigenen Interessen nachzugehen. Allerdings ist dafür auch nicht so viel Zeit, da man am nächsten Morgen auch wieder Schule hat und darum Schlaf benötigt

Am Wochenende haben wir frei. Entweder fährt man nach Hause um die Familie zu sehen oder man unternimmt was mit Freunden aus der Schule. Das klingt jetzt alles sehr hart, aber man gewöhnt sich schnell an diesen Rhythmus und kaum schaut man mal auf, schon ist eine Woche rum. Ich bereue diese Entscheidung für den Leistungssport keinesfalls, denn das Leben in einer solchen Gruppe in einem Internat ist meiner Meinung nach sehr wertvoll für das spätere Leben, da man lernt für sich selbst zu sorgen, aber nebenbei auch mit anderen zusammen zu arbeiten und Kompromisse einzugehen.

In einer der nächsten Ausgaben berichtet mit Lena Weißkichel einen weitere niedersächsische Nachwuchsseglerin von ihrem Leben am Olympiastützpunkt.

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